Das Leben der anderen – Mein Leben in Büchern“ – schon der Titel versprach einen persönlichen Abend. Und genau das wurde es: Im voll besetzten SparkassenForum nahm Christine Westermann ihr Publikum mit auf eine sehr persönliche und zugleich höchst unterhaltsame Reise durch ihr Leben – und durch die Bücher, die darin eine Rolle gespielt haben.

Wie wird man eigentlich zur Buchrezensentin, wenn man gar keine Germanistik studiert hat? Christine Westermann erzählte mit viel Selbstironie von ihren Anfängen und von den Erfahrungen in verschiedenen Literaturjurys. Nicht immer konnte sie sich mit den Einschätzungen der anderen Jurymitglieder anfreunden. Manchmal stimmte sie sogar gegen alle anderen – ganz einfach, weil sie ein Buch anders empfand. Und genau darin liegt vielleicht ihr besonderes Talent: Bücher nicht aus wissenschaftlicher Distanz zu betrachten, sondern mit Neugier, Bauchgefühl und einer großen Lust am Lesen.

Natürlich ging es auch um die Entstehung ihres Buches „Das Leben der anderen“. Westermann erzählte, wie aus den vielen Büchern, die sie in ihrem Leben begleitet haben, nach und nach die Idee entstand, einmal die eigenen Geschichten dahinter zu erzählen. Es ging um Bücher aus ihrer Kindheit und Jugend, um Erinnerungen, Begegnungen und um die ganz persönlichen Spuren, die Literatur in einem Leben hinterlassen kann.

Besonders schön war dabei ihre ganz eigene Art, über Bücher zu sprechen: kenntnisreich, aber niemals belehrend, persönlich, humorvoll und immer mit einem Augenzwinkern. Immer wieder wurde deutlich, dass es ihr nicht darum geht, Literatur zu bewerten, sondern Lust aufs Lesen zu machen.

Das Publikum dankte ihr mit viel Lachen, aufmerksamem Zuhören und lang anhaltendem Applaus. Und wer an diesem Abend noch kein Buch von Christine Westermann kannte, hatte spätestens danach Lust, eines aufzuschlagen.

Ein besonderes Zeichen dafür, wie gut der Abend ankam: Nach der Veranstaltung bildete sich eine lange Schlange zur Signierstunde. Zahlreiche Besucherinnen und Besucher ließen sich ihre Bücher persönlich signieren und nutzten die Gelegenheit für ein kurzes Gespräch mit der sympathischen Autorin.

Ein voller Saal, viele Bücher, viele persönliche Geschichten und eine Christine Westermann, die Literatur auf wunderbar menschliche Weise vermittelt – ein rundum gelungener Abend der Stiftung „Kultur tut Leer gut.